Niederösterreichische Landesakademie


 


 

Juni 2012 - Sprache und Europa

Sprache und Europa - Thema des Monats Juni

Den Sprachen und Europa widmen wir das Thema des Monats im Juni. Ausnahmsweise erst in der zweiten Hälfte dieses Monats, da die erste Hälfte noch ganz unter dem Zeichen der großen Bürgerbeteiligungsinitiative der NÖ Landesakademie gestanden ist:

Die Regionen Europas wachsen immer stärker zusammen. Gerade die Grenzregionen Niederösterreichs sind ein wichtiger Impulsgeber für die aktive Gestaltung eines grenzüberschreitenden Alltags. Der Austausch auf kultureller, sportlicher, wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Ebene lässt, die einst so vorsichtigen Blicke über die Grenze, vergessen.
Dabei kommt der Sprache des Nachbarn ein ganz neuer Wert zu. In der NÖ Landesakademie gibt es eine Reihe von Initiativen, die sich mit diesem Thema beschäftigen.
Lesen sie in den nächsten Tagen mehr darüber.

(28.06.2012) Eine Datensammlung von Prof. Dr. Peter Filzmaier

Filzmaier

Eine Umfrage der Europäischen Kommission zum Thema Sprachkenntnisse der Europäer und ihren Einstellungen zum Lernen von Sprachen beinhaltet sehr interessante Ergebnisse:

  • 56% der EU – BürgerInnen in den EU – Mitgliedstaaten können sich in einer anderen Sprache als ihrer Muttersprache unterhalten.
  • 44% der Befragten spricht außer ihrer Muttersprache keine weitere Sprache

Die Motivation der EU – BürgerInnen eine Fremdsprache zu lernen ist gering:

  • 18% der EU BürgerInnen gaben an, in den letzten zwei Jahren eine Fremdsprache gelernt bzw. ihre Sprachkenntnisse verbessert zu haben.
  • 21% der EU BürgerInnen gaben an, im nächsten Jahr eine Fremdsprache erlernen oder verbessern zu wollen.
  • 1 von 5 Europäern kann als aktiver Fremdsprachenlerner bezeichnet werden, das sind jene Personen, die angegeben haben in den letzten zwei Jahren eine Fremdsprache gelernt oder verbessert zu haben bzw. dies im nächsten Jahr tun zu wollen.

Die Haupt - Gründe, die gegen den Fremdsprachenerwerb sprechen, sind folgende:

  • 34% Zeitmangel
  • 30% fehlender Ansporn
  • 22% Kosten

Die Haupt – Gründe für das Erlernen von Fremdsprachen:

  • 32% für die Arbeit notwendig
  • 27% um im Ausland arbeiten zu können
  • 35% für den Urlaub
  • 27% für die eigene Zufriedenheit


Ziel der EU Kommission ist, dass EU – BürgerInnen neben ihrer Muttersprache zwei weitere Fremdsprachen beherrschen.
Laut der Umfrage stimmen diesem Ziel lediglich 50% der EU – BürgerInnen zu, 44% stimmen dagegen.

(Peter Filzmaier ist Politikwissenschaftler an der Donau – Universität  - Krems und geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Strategieanalysen (ISA) in Wien.)

(26.06.2012) Förderaktion „Wir sind Nachbarn“

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Neben dem Abbau der sprachlichen Barriere hat sich die Förderaktion „Wir sind Nachbarn“ das Ziel gesetzt, verstärkt die geografische Nähe trotz politischer Grenze ins Bewusstsein zu rufen. Mittels finanziell geförderten Kleininitiativen wird ein Grundstein zur dauerhaften Kommunikation gelegt und Barrieren in den Köpfen der Menschen überwunden. Die NÖ Landesakademie hat heuer den Förderschwerpunkt auf Schulen und Jugendliche gelegt. Mittels Kooperationsprojekten mit unseren Nachbarn aus Tschechien, Slowakei, Ungarn und Polen sollen Vorurteile gegenüber unseren Nachbarn erst gar nicht entstehen können.

Die Jugendlichen sind es nämlich, die von einem größeren Europa profitieren werden. Das gilt für ihre beruflichen Chancen, die sich durch größere Märkte verbessern und das gilt auch für das gesellschaftliche Leben, so Landesrätin Mag.a Barbara Schwarz.

Mit dieser Förderaktion, die mittlerweile seit 11 Jahren überaus erfolgreich läuft, sollen nicht die „großen“ Projekte gefördert werden, sondern kleine, regionale Initiativen und Projekte von engagierten NiederösterreicherInnen, von Vereinen und heuer ganz besonders von Schulen.

Nähere Informationen zum Förderantrag und zu den Förderkriterien gibt es im Internet unter www.nachbarschaft.noe-lak.at.

(25.06.2012) Sprachkompetenz. Zentrum ist Drehscheibe zu den Nachbarn

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Als ein Gebot der Stunde bezeichnete die für EU – Fragen zuständige Landesrätin, Mag.a Barbara Schwarz die Mehrsprachigkeit vor allem in den Grenzregionen. Aus diesem Grund wurde auch im Jahr 2006 im Rahmen der NÖ Sprachenoffensive das Sprachkompetenz. Zentrum der NÖ Landesakademie gegründet. Die Landesrätin machte sich vor Ort ein Bild von den vielfältigen Angeboten dieser Drehscheibe zu den Nachbarländern.

Ziel ist es vor allem, die sprachliche Barriere zwischen Niederösterreich und den tschechischen und slowakischen Nachbarregionen abzubauen. Dass das gelingt, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass das Sprachkompetenz. Zentrum zu einem der führenden europäischen Projekte in der Nachbarsprachdidaktik geworden ist. Die in Deutsch Wagram entwickelten Lernkonzepte werden bereits von anderen Ländern nachgemacht und übernommen. So werden beispielsweise in der deutsch – tschechischen Euroregion Erzgebirge, Tschechischkurse mit den niederösterreichischen Materialien angeboten.

„Neuestes Produkt des Sprachkompetenz. Zentrums ist der Kurzsprachführer Slowakisch, der mit Redewendungen und hilfreichen Wörtern jeden Ausflug in die Slowakei erleichtert. Neben der Entwicklung von Lehrmaterialien und Publikationen (z.B. Sprachführer Tschechisch für die Wirtschaft) bietet das Sprachkompetenz. Zentrum auch im Bereich der Erwachsenenbildung Fachsprachkurse und Veranstaltungen an, an denen bereits rund 1500 Interessierte teilgenommen haben“, erklärt der Geschäftsführer der NÖ Landesakademie, Dr. Christian Milota.

Dazu zählen unter anderem Tschechischkurse für RettungssanitäterInnen (sie wurden sogar mit dem Europäischen Sprachensiegel ausgezeichnet), Feuerwehrleute oder für die Tourismusbranche. Mit den Kurskonzepten wurden Tschechischexperten flächendeckend entlang der gesamten niederösterreichischen Grenze ausgebildet.

„Das Grundanliegen des Sprachkompetenz. Zentrums ist es, Lernanreize so zu konzipieren und Sprachkenntnisse so einzusetzen, dass ein erfolgreiches grenzüberschreitendes Handeln möglich wird – und das so früh wie möglich“, erklärt Schwarz.

Auf der Homepage des Sprachkompetenz. Zentrums (www.sprachkompetenz.at) kommt man schnell zu allem Wissenswerten rund um die Nachbarsprachen.

Bildverweis:
(v.l.n.r.): Mag. Franz Maier (Leiter Team Wissen NÖ Landesakademie), Bgm. Friedrich Quirgst, LRin Mag.a Barbara Schwarz, Petra Mayer, Ing.in Ivana Müllebner, Geschäftsführer Dr. Christian Milota (NÖ Landesakademie), Mgr.a  Zuzana Buchtová, Dipl.-Übers.in (FH) Therese Reinel (Leitung Sprachkompetenz. Zentrum)
© Pressefoto & Foto Meidl