November 2011 - Gewalt
Das Thema des Monats November lautet kurz und bündig: „Gewalt“.
Viele werden sich fragen welche Berechtigung so ein Thema im Rahmen der NÖ Landesakademie hat.
Nun, das ist nicht schwer zu erklären: Die NÖ Landesakademie hat eine Fülle von Projekten und Initiativen in ihrem Portfolio, die sich mit diesem Thema beschäftigen und wir haben eine anerkannte und angesehene Expertin unter unseren Projektpartnern, die sich seit Jahren mit dieser Thematik beschäftigt:
Frau Univ. Prof.in i.R. Dr.in Rotraud A. Perner.
Lesen Sie in den kommenden Wochen, welche Projekte und Expertisen es dazu gibt. Es wird zu diesem Thema auch auf unsere Initiative hin, am Mittwoch, dem 23. November 2011 ein hochkarätiges Expertengespräch im ORF, Landesstudio Niederösterreich geben.
Den Monat November haben wir deshalb diesem Thema gewidmet, weil in diesem Monat - nämlich vom 25. November bis zum 10. Dezember - wieder die Aktion „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ stattfinden wird. Ziel der Initiative ist es darauf hinzuweisen, dass jeder das Recht auf ein gewaltfreies Leben hat.
Gewalt im Alltag – werden wir immer gewaltbereiter?
Auf Initiative von Dr. Christian Milota, dem Geschäftsführer der NÖ Landesakademie, fand ein hochkarätig besetztes Expertengespräch zum Thema: "Gewalt im Alltag – werden wir immer gewaltbereiter" statt.
Es diskutierten Landesrat Mag. Karl Wilfing, Univ.-Prof.in Dr.in Rotraud A. Perner, Dr. Thomas Müller (Kriminalpsychologe) , CR Martin Gebhart (NÖ Nachrichten) , Mag. Romeo Bissuti (GF. Leiter Männer Gesundheitszentrum MEN, Obmann der White Ribbon Österreich Kampagne), Oberst Florian Ladengruber (Polizeikommandant Mistelbach), Mag.a Henriette Höfner (Geschäftsführerin Fachstelle für Gewaltprävention). Mit dabei war darüber hinaus das AKUTteam der NÖ Landesakademie. So sind die Experten im AKUTteam die erste Ansprechstelle für Opfer, die der Gewalt ausgesetzt sind.
Jeden Tag wird in den Medien über Gewalt berichtet und es herrscht die allgemeine Ansicht, dass das Gewaltpotential steigt und, dass Gewalt überall auftritt. So begegnet uns Gewalt in der Familie, in der Schule, im Straßenverkehr oder am Arbeitsplatz, also überall im Alltag. Für Univ.-Prof.in Perner ist es Tatsache, dass jeder Einzelne das Potential in sich trägt, aggressiv zu sein. Aber mit dieser Aggression zivilisiert umzugehen, ist eine Kulturleistung, die früher hoch angesehen war und heute nichts mehr wert ist.
Ganz wesentlich bei der Diskussion rund um die Gewalt ist für Dr. Thomas Müller die „Vorbildfunktion“. Gute Vorbilder, sei dies in der Schule, daheim oder irgendwo im Alltag, können einen großen Beitrag zur Gewaltreduktion leisten.
Vorbilder sind vor allem auch Politiker und hier ist für Landesrat Mag. Karl Wilfing auch ein ganz zentraler Auftrag für die Politik abzuleiten: Gewaltfreiheit hat viel mit Kommunikation zu tun und damit auch mit Sprachgebrauch. Für ihn ist es daher von zentraler Bedeutung, dass vor allem auch im Parlament die „faire“ Sprache zur Selbstverständlichkeit wird.
So kann jeder Einzelne ein solches Vorbild sein und damit etwas gegen Gewalt tun.
Für Thomas Müller ist ein ganz starker Ausdruck von Gewalt aber auch das „schweigen“.
Ganz und gar nicht schweigen zu diesem Themenbereich sollen die Medien, ist der Chefredakteur der NÖ Nachrichten, Martin Gebhart, überzeugt. Für ihn ist es eine wichtige Aufgabe der Medien, über Gewalt zu berichten. Es ist aber eine Frage der Sprache, wie man über Gewalt informiert. Also nicht das was, sondern das wie sind für den Journalisten die besondere Herausforderung.
Alle waren sich darin einig, dass sich die Brutalität bei der Ausübung von Gewalt in der letzten Zeit gesteigert hat. Nicht einig war man sich darüber, ob die Gewaltbereitschaft gestiegen ist.
Bildverweis:
(v.l.n.r.): CR Martin Gebhart (NÖ Nachrichten), Mag. Romeo Bissuti (GF Leiter Männer Gesundheitszentrum MEN, Obmann der White Ribbon Österreich Kampagne), Mag.a (FH) Henriette Höfner (GF Fachstelle für Gewaltprävention), GF Dr. Christian Milota (NÖ Landesakademie), Univ.-Prof.in Dr.in Rotraud A. Perner (Leiterin des Instituts für Stressprophylaxe & Salutogenese), Dr. Thomas Müller (Kriminalpsychologe), Mag.a Weber-Schigutt Elisabeth (Stv. Projektleitung AKUTteam der NÖ Landesakademie), Landesrat Mag. Karl Wilfing, Landesdirektor Prof. Norbert Gollinger (Landesstudio ORF NÖ),Oberst Florian Ladengruber (Polizeikommandant Mistelbach)
© Dr. Gerhard Schnabl, Presse & PR Photos
Halt! Gewalt!- Die Gewaltpräventionsinitiative der NÖ Landesregierung
Im Jahr 2003 startete Frau Univ.Prof.in Mag.a Dr.in Rotraud A. Perner mit ihrem ISS (Institut für Stressprophylaxe und Salutogenese - einer Dependance der NÖ Landesakademie) in NÖ ihre große Forschungsreihe zum Thema Stress.
Eine Studie wurde erstellt, im Rahmen derer 455 Personen aus verschiedenen Zielgruppen befragt wurden. „Was wirklich stresst?“, so der Titel der Forschung, des daraufhin erschienenen Buches und des dazu 2004 abgehaltenen Symposiums. Ein wesentlicher Punkt war, dass „Gewalt“ als solches, ein enormer Stressfaktor ist.
„Halt! Gewalt“, das Gewaltpräventionsprojekt der NÖ Landesregierung wurde im Jänner 2005 auf Initiative von Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll aus der Taufe gehoben und an der NÖ Landesakademie angesiedelt. NÖ war damit Vorreiter, denn zu dieser Zeit gab es nichts Vergleichbares in Österreich wo Gewaltprävention auf breiter Basis (nicht nur zu speziellen Bereichen wie Gewalt an Frauen) gefördert wurde.
Die wesentliche Arbeit der ersten Jahre war es, Gewaltprävention zum Thema zu machen, und den Menschen aufzuzeigen wie und in welcher Form diese alltäglich mit Gewalt konfrontiert sind und wie sehr das stresst bzw. welche negativen Auswirkungen dies nicht nur auf andere, sondern auch auf die eigene Gesundheit hat.
Bei den vielen Vorträgen, welche Frau Prof.in Perner selbst und auch Karin Eder, die seit Beginn des Projektes die Organisation übernommen hat, flächendeckend in ganz NÖ hielten, ging es primär darum, aufzuzeigen, dass Gewalt wirklich alltäglich ist und es keine Schande oder Zeichen von Schwäche sei sich diesem Thema anzunehmen. Bei einem dieser Vorträge im Rahmen einer BürgermeisterInnen-versammlung eines großen NÖ Bezirkes, wurde der Vortrag mit den Worten, „wir haben zwar hier bei uns kein Gewaltproblem, aber hören wir uns das halt trotzdem an..“, angekündigt. Eine der ersten Wortmeldungen eines Bürgermeisters war dann, „bei uns haben vorige Woche Jugendliche das Polizeiauto angezündet…. fällt dass da dann auch darunter?“…….
Frau Prof.in Perner und ihr Team sehen es als Resultat ihrer unermüdlichen Arbeit, dass das Thema „Gewaltprävention“ nun schon alltäglich ist. Weitere Forschungsschwerpunkte des ISS beschäftigten sich unter anderem mit dem Thema „Gewalt an Älteren“, „Gewalt durch Sucht und Abhängigkeiten“, „Gewalt durch Medien“ und „Gewalt im schulischen Bereich“.
Mit der Gründung der Fachstelle für Gewaltprävention wurde ein starkes Zeichen gesetzt. Mit dem Angebot vieler verschiedener Seminare und Workshops wird weiterhin an der Basis gearbeitet.
Mit dem „Produkt“ der Lehrertankstelle www.lehrertankstelle-noe.com wurde für eine große Zielgruppe eine konkrete Maßnahme gesetzt und mit der, von Frau Prof.in Perner erfundenen universitären Ausbildung, PROvokativpädagogik an der Donau Universität Krems, wird Gewaltprävention wissenschaftlich und auch praktisch vermittelt.
Mit dem „Bündnis gegen Gewalt“ des Bundesministerium für Inneres, wo Frau Prof.in Perner die wissenschaftliche Begleitung inne hat, wird nun der Gewaltpräventionsgedanke und die Vernetzung der Gewaltpräventionsprojekte und –aktivitäten auf einer länder- und ressortübergreifenden Ebene weiter bearbeitet.
Das AKUTteam Niederösterreich im Einsatz bei Gewaltdelikten
Das AKUTteam NÖ wurde im Jahr 2001 anlässlich mehrerer Großereignisse, von denen auch niederösterreichische Familien betroffen waren, von LH Pröll und LH-StVin Liese Prokop gegründet.
Damals wie heute waren zahlenmäßig die meisten Alarmierungen für Betroffene und Angehörige nach Unfällen mit Todesfolge, plötzlichen Todesfällen, medizinischen Notfällen und Angehörige nach Suiziden. Das AKUTteam betreut aber auch Opfer und andere Betroffene nach Gewaltdelikten oder gewalttätigen Eskalationen in der Familie oder im sozialen Nahbereich. Hier geht es häufig um Betreuungen von Angehörigen nach Wegweisungen, Einweisungen von psychisch kranken, gewalttätigen Menschen in die Psychiatrie, Inhaftierungen gewalttätiger Familienmitglieder durch die Polizei oder Alarmierungen durch die Jugendwohlfahrt oder andere soziale Einrichtungen.
Die Alarmierungen aufgrund dieser Umstände nehmen in den letzten Jahren zu, wohl auch durch die zunehmende Bekanntheit des Angebotes des AKUTteams in den zuständigen Behörden und Einrichtungen.
Zahlen, Daten und Fakten:
Im Jahr 2010 wurde das AKUTteam von insgesamt 429 Einsatzalarmierungen 21mal wegen eines Deliktes, 48mal zur Deeskalation in akuten Krisen alarmiert. Bei den Deeskalationen ging es insgesamt in 8 Fällen ebenfalls um Gewalt. Es gab also im Jahr 2010 insgesamt 29 Alarmierungen in Zusammenhang mit körperlicher oder psychischer Gewalt gegen Menschen (das sind ca. 7% der Fälle). Bei den Delikten mit körperlicher Gewalt handelte es sich um Überfälle mit Körperverletzung, Raubüberfälle auf Banken, Geschäfte, Betreuung Angehöriger bei Tötungsdelikten und der Opfer und Angehörigen bei Vergewaltigungen und Kindesmissbrauch. Unter die Fälle von psychischer Gewalt fallen zum Beispiel gefährliche Drohungen mit Waffen, Einbruchsdiebstähle nachts, wenn die Bewohner zu Hause sind und von den Tätern überrascht oder bedroht werden, oder massive Vermögensdelikte unter Ausnutzung einer besonderen Nahebeziehung und Gefährdung der Existenzgrundlage des Opfers.
Im Jahr 2011 waren es bis Mitte Oktober bereits 31 Fälle in Zusammenhang mit Gewalt, wovon bei etlichen schweren Verbrechen (insgesamt 10 Fälle von Mord, bei denen in 4 Fällen der Täter im Anschluss Suizid beging), mehrere PSY-Kräfte in verschiedenen Betreuungen mit unterschiedlich Betroffenen im Einsatz waren. Häufig waren dabei auch Kinder und Jugendliche unter den betreuten Betroffenen.
Opfer von Gewalt zählen zu den besonderen Risikogruppen für Traumatisierungen, da die Bewältigung von seelischen Verletzungen wesentlich schwerer zu verarbeiten ist, wenn sie von einem anderen Menschen absichtlich zugefügt wurde. Geht die Gewalt überdies von einer Person aus dem sozialen Umfeld aus, dem Lebenspartner, dem man Zuneigung und Vertrauen geschenkt hat, dem Vater oder der Mutter von Kindern, die die Grundlage für ein stabiles Familiensystem darstellen sollen, dann haben diese Verletzungen noch schlimmere Auswirkungen. Hier wird einerseits genau die Person zur Ursache der Traumatisierung, die eigentlich eine Schutzfunktion und Ressource des Opfers darstellen sollte. Andererseits stehen hier beim Opfer immer neben eigenen, positiven Gefühlen gegenüber dem Täter oder der Täterin auch die negativen, angstbesetzten und enttäuschten Gefühle miteinander in Widerstreit. Das Opfer misstraut seinem eigenen Instinkt und tut sich schwer, zu neuen Personen Vertrauen zu fassen. Der Verlust von Bezugspersonen durch Gewalt ist überdies ein massiver Bruch in der Lebensgeschichte, was eine zusätzliche Belastung darstellt.
Um den Opfern von Gewalt nachhaltig helfen zu können, ist es zunächst wichtig, allen diesen widersprüchlichen Gefühlen Raum zu geben und auch die positiven Anteile, die nach wie vor da sind, zuzulassen. Das Opfer ist darin zu unterstützen, wieder ein Vertrauens- und Sicherheitsgefühl zu anderen Menschen und das Selbstvertrauen in die eigene Urteilsfähigkeit aufbauen zu können. Wichtig ist hier auch, für die Opfer möglichst rasch ein sicheres Umfeld zu schaffen und sie vor neuen Übergriffen durch Erstellung von persönlichen Schutzplänen und rechtlichen Maßnahmen zu bewahren.
Das AKUTteam NÖ betreut nicht nur die Opfer von Gewalt, sondern auch Menschen, die sich in einer akuten Krise befinden und bei denen eine Eskalation unter Umständen bevorsteht und vielleicht noch abwendbar ist.
Das AKUTteam NÖ. ist mit allen bewährten Opferschutzeinrichtungen wie den Gewaltschutzzentren, den Kinderschutzzentren, dem Weißen Ring eng vernetzt und unterstützt nötigenfalls bei der Suche nach geeigneten weiterführenden Beratungsangeboten und Therapieplätzen.
Gewaltprävention im schulischen Bereich
Die NÖ Lehrertankstelle nun für ALLE niederösterreichischen LehrerInnen als kostenfreies Angebot der NÖ Landesregierung!
www.lehrertankstelle-noe.com
NÖ ist Vorreiter bei Innovationen im Bildungsbereich: Seit 2009 besteht die Lehrertankstelle für alle NÖ PflichtschullehrerInnen, seit diesem Schuljahr ist sie für ALLE niederösterreichischen LehrerInnen (auch Bundesschulen und Gemeindeschulbetriebe wie Musikschulen) kostenfrei jederzeit zugänglich.
Über www.lehrertankstelle-noe.com erhalten die Lehrkräfte einen eigenen anonymen Zugang zu einem virtuellen Resilienz-Coaching, wodurch Ihnen ein 24-Stunden Unterstützungsangebot zur Verfügung steht.
Ziel dieser in Österreich erstmalig einzigartiger Form von Supervision – Coaching – Beratung durch ein von Frau Univ. Prof. Dr. Rotraud A. Perner bestens ausgebildetes Team ist, NÖ Lehrkräfte punktgenau und zielgerichtet im Sinne von Gesundheitsförderung und Gewaltprävention zu unterstützen.
Dieses Projekt versteht sich als betriebliche Gesundheitsvorsorge und –förderung, damit Lehrkräfte im Umgang mit schwierigen Situationen und Personen (Schüler – Eltern – LehrerkollegInnen – übergeordneten Personen), in Stresssituationen nicht nur gesundheitsstützend (für sich selbst und für andere) wirken, sondern auch selbst Modelle für eine salutogene Kommunikation bieten können.
In den vergangenen Schuljahren nahmen schon sehr viele NÖ PflichtschullehrerInnen diesen Service in Anspruch; ein Großteil davon wünschte auch eine längerfristige Begleitung, was einen Rückschluss auf die hohe Zufriedenheit durch diese Art der Unterstützung zulässt.
Wie unterstützt die Lehrertankstelle?
Der große Vorteil der Lehrertankstelle ist, dass die Lehrkräfte jederzeit ihre Anfrage, ihr Anliegen übermitteln können, innerhalb von 24 Std. erfolgt zumindest eine Erstbeantwortung, bzw. auch ein eventuelles Hinterfragen der Themenstellung. In einem Großteil des hierbei aufgebauten Dialoges geht es dann darum, dass das besonders hoch und mehrfach qualifizierte BeraterInnenteam neue Sichtweisen der jeweiligen (Stress- und Konflikt-) Situation ermöglicht und damit Alternativen im Denken und Handeln aufzeigt.
Das Hauptanliegen ist dem/der jeweiligen LehrerIn Unterstützung für sich selbst (Entstressung, Entspannung, Ruhe, Verständnis) anzubieten, damit sich „verkrampfte Standpunkte“ lösen können und dadurch der Kopf und der Bauch frei wird um neu und alternativ an die jeweiligen Herausforderungen und Hürden heranzugehen. Das BeraterInnenteam ist darauf spezialisiert nicht die „eigenen Weisheiten“ im Sinne von RatSCHLÄGEN weiterzugeben, sondern vielmehr die Lehrkräfte zu unterstützen und anzuleiten ihre eigenen Lösungen (situationsbeding und authentisch) zu erkennen und umzusetzen.
Als zusätzliches Angebot gibt es auch „Live-Termine“, d.h. einmal pro Monat finden in Matzen, Bruck/Leitha und St. Pölten Supervisionsgruppen statt.
Weiters wird auch das Angebot des Telefoncoachings sehr gerne genutzt, hier wird aber auf Grund der großen Nachfrage ersucht den Telefontermin vorab zu vereinbaren.
Statement von Univ. Prof. i. R. Dr. iur. Rotraud A. Perner
Die Wurzel der Gewalt ist der Vergleich.
Man sieht jemand anderen, hält ihn oder sie für bevorzugt oder sich selbst für benachteiligt, bekommt Wut und lässt sie am anderen aus.
Das, was man als Wut entschlüsselt, ist aber lediglich der Kraftzuwachs, den man braucht, um zu "wachsen" - nämlich gleich zu ziehen. Dazu müsste man reden, fragen, Informationen einholen, in Ruhe überlegen, welche der möglichen Reaktionsweisen die beste wäre ... und dafür braucht man ein Vorbild.
Wir lernen alle an Vorbildern: wir schauen uns etwas ab, machen es nach - das können wir schon bei Kleinkindern beobachten und finden es "putzig", wenn sie die ganze Familie nachspielen - und wenn wir damit Erfolg haben, bleiben wir bei dem Verhaltensmuster.
Leider sehen die meisten Menschen gewalttätiges Verhalten in Film und Fernsehen und manchmal auch daheim bzw. in unmittelbarer Nähe, am Arbeitsplatz, auf der Straße, auf der Autobahn... Modelle für Gewaltverzicht sehen sie kaum.
Genau diese zu suchen, zu finden, eventuell auch zu erfinden, ist das Gebot der Stunde. Wir sollten einander dabei Unterstützung geben: Erfindertum bereichert ebenso wie Gemeinsamkeit, und beides sind Beiträge zum Stressabbau.




