Oktober 2011 - Wissenschaft & Forschung
Das Thema des Monats Oktober 2011 ist „Wissenschaft & Forschung“ gewidmet.
Wissenschaft und Forschung kommt gerade in Niederösterreich ein hoher Stellenwert zu, um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und weiter auszubauen.
Aus diesem Grund beschäftigt sich auch die NÖ Landesakademie mit diesen Themen. Die Palette reicht hier von den Top Stipendien für Studierende, über das Zentrum für Soziales und Generationen, das Eruopäische Zentrum für Umweltmedizin bis hin zur Wohnbauforschung und gemeinsamen Projekten mit der Donau Universität.
Einen Überblick darüber lesen Sie im Oktober auf unserer Homepage.
NÖ Wohnbauforschung kümmert sich um das Zusammenleben von Kulturen
Integration im Wohnbau ist wesentliches Thema.
In Niederösterreich gibt es heute über 1,6 Millionen Menschen. Etwa 110.000 haben eine nicht–österreichische Staatsbürgerschaft, mit 6,7% ein vergleichsweise niedriger Anteil. Dennoch stellt das Thema Integration in allen Lebensbereichen eine große Herausforderung für uns dar. Das betrifft auch das Thema „Wohnen“.
„Ein besonderer Stellenwert kommt dabei den gemeinnützigen Bauvereinigungen zu. Großvolumiger Wohnbau wird in Niederösterreich von diesem Sektor – mit tatkräftiger Unterstützung des Landes – bereitgestellt“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Mag Wolfgang Sobotka.
Eine Besonderheit Niederösterreichs ist es, dass die gemeinnützigen Bauträger in fast allen – auch sehr kleinen - Gemeinden, tätig sind. Damit sind sie die erste Anlaufstelle für viele Zuwanderer. Gerade das Zusammenleben verschiedener Kulturkreise verläuft oft nicht friktionsfrei. Aus diesem Grund fördert das Land im Rahmen der NÖ Wohnbauforschung ein Forschungsprojekt, das Wege vorzeigen soll, wie ein friedliches Miteinander zwischen den Kulturen möglich sein kann.
Mit dem Forschungsprojekt „Neue Nachbarschaft“ in drei Wohnhausanlagen in Niederösterreich werden Maßnahmen erarbeitet, die das bessere Miteinander von migrantischen und nicht–migrantischen Haushalten begünstigen können.
Nähere Informationen dazu gibt es unter www.noe-wohnbauforschung.at (Projekte /2187).
Die Broschüre „Neue Nachbarschaft“ kann unter http://www.sgn.at heruntergeladen werden.
NÖ Wohnbauforschung ist Erfolgsprojekt in der Wohnbaupolitik
Staffelübergabe an der Führungsebene ist kürzlich erfolgt.
Die NÖ Wohnbauforschung ist ein Erfolgsprojekt der NÖ Landesakademie. Konkret geht es dabei darum, das Wohnen in Niederösterreich so angenehm und lebenswert wie möglich zu gestalten. Dazu bedarf es einer ständigen wissenschaftlichen Begleitung und laufend neuer Ideen. „Die Wohnbauforschung ist im Rahmen der gesamten NÖ Wohnbaupolitik nicht mehr wegzudenken, weil sie die wissenschaftliche Basis für das Wohnen in Niederösterreich legt“, erklärt Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka.
Die NÖ Wohnbauforschung gibt es mittlerweile seit 20 Jahren und sie ist europaweit führend. Sie wurde langjährig vom zuständigen Fachbeauftragten an der NÖ Landesakademie, Univ. Lekt. Dr. Georg Schörner, tatkräftig unterstützt von DI Franz Schörghuber, wissenschaftlich betreut. Beide Herren ziehen sich in den wohlverdienten Ruhestand zurück und übergeben die „Staffel der NÖ Wohnbauforschung“ an Univ. Doz. Dr. Andreas Windsperger.
Sobotka bedankte sich bei den beiden scheidenden „Wohnbauforschern“ für ihre hervorragende Arbeit und wies auf die Wichtigkeit einer guten Fortführung dieses bedeutenden Projektes hin.
Das Angebot der NÖ Landesakademie bei der NÖ Wohnbauforschung umfasst drei Schwerpunkte:
1) Begleitung der NÖ Wohnbauforschungsanträge – von der Projektidee über die Entscheidung des Wohnbauforschungsbeirates bis zur Durchführung hin zur fertigen Arbeit.
2) Evaluierung, Recherchen und Dokumentation der Arbeiten im Internet
3) Forschungsverwertung, Publikation und Öffentlichkeitsarbeit
Die Ergebnisse der NÖ Wohnbauforschung können sich sehen lassen und haben ganz wesentliche Impulse in den Sektoren umwelt- und klimagerechtes Bauen, Planen und Gestalten hinsichtlich Ästhetik und Architektonik, Verbesserung der Wohnqualität sowie in der Erhaltung und Revitalisierung alter Bausubstanz, gesetzt.
Es wurden aber auch wesentliche Ergebnisse bei der Erforschung veränderter Lebensmodelle (Wohnbedarf spezieller Bevölkerungsgruppen wie Senioren, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Personen mit Migrationshintergrund etc.), erzielt.
Bildverweis:
(v.l.n.r.): DI Franz Schörghuber, Univ. Lekt. Dr. Georg Schörner, Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka, Univ. Doz. Dr. Andreas Windsperger, DI Dr. Hermann Schmidt-Stejskal
© NLK Johann Pfeiffer
AKUTteam NÖ widmet sich auch der wissenschaftlichen Begleitung seiner Arbeit
Das AKUTteam NÖ widmet sich, neben seiner aktiven Arbeit in Katastrophenfällen auch der wissenschaftlichen Aufarbeitung von Krisenintervention. Jüngste wissenschaftliche Aktivität ist eine Dissertation, die über die Universität Innsbruck läuft zum Thema „Evaluation von Krisen - Interventionen im Rahmen des AKUTteams NÖ“.
Die Traumaforschung in der Psychologie hat heute eine rund 50jährige intensive Untersuchungsgeschichte hinter sich, die Auswirkungen der mobilen Krisenintervention sind dabei noch wenig erforscht. In Österreich arbeiten heute neun Organisationen in der mobilen Krisenintervention und versuchen so akut traumatisierten Personen nach schweren Belastungen beizustehen und damit mögliche Folgeerkrankungen zu verhindern.
Das AKUTteam Niederösterreich, in dem Psychologen und Psychotherapeuten für die Krisenintervention und psychische Notfallbehandlung tätig sind, unterstützt dieses Dissertationsvorhaben mit den, in der Dokumentation anonymisiert erhobenen Risikofaktoren, Interventionen und Rückmeldungen. Durch die genaue Auswertung der Dokumentation des AKUTteams ergibt sich ein umfangreicher Evaluationsprozess, der wiederum mit Handlungsanleitungen aus der Literatur verglichen wird. Daraus ergibt sich ein aktuelles Bild der Krisen – Intervention.
Ebenso werden Risiko- und Schutzfaktoren ermittelt, die wiederum in die Weiterentwicklung der Krisenintervention einfließen.
Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit unserer Arbeit ermöglicht uns neue Erkenntnisse zu gewinnen und eine Evaluierung unserer Arbeit punktgenau zu erreichen. Das wiederum bedeutet für die praktische Umsetzung noch mehr Professionalität und „know how“.
Bildverweis:
(v.l.n.r.): Mag. Franz Maier (Leiter Team Wissen), Geschäftsführer Dr. Christian Milota, Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll, Mag.a Dr.in Gmeiner Veronika (Projektleitung AKUTteam NÖ)
10 Jahre NÖ Top–Stipendien
„Wer heute Talente fördert, wird morgen Patente ernten“, ist Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll überzeugt.
Aus diesem Grund gibt es in Niederösterreich – mittlerweile bereits seit 10 Jahren – die NÖ Top-Stipendien und man kann mit Fug und Recht behaupten, dass es sich dabei um eine Erfolgsgeschichte handelt:
Seit Beginn dieser Aktion im Jahr 2001 wurden bereits 21.400 Stipendien vergeben, das heißt: eben so viele StudentInnen haben von dieser österreichweit einzigartigen Förderschiene profitiert. Insgesamt wurden dafür über 16 Millionen Euro aufgewendet. „Jeder Euro, den wir in die Bildung unserer jungen Menschen investieren, kommt vielfach zurück“.
Im Rahmen der Top–Stipendien werden arbeitsmarktorientierte, zukunftsweisende und von der Wirtschaft nachgefragte Studien- und Bildungsangebote gefördert. Die Fördergrundlagen dafür werden laufend angepasst und aktualisiert.
Neu ab heuer ist eine Ausweitung auf gesundheitswissenschaftliche und medizinische Studienrichtungen.
Wer mehr dazu wissen will, findet alle Infos unter: www.topstipendien.at
Einstellung der Österreicher zum Wissensstandort Österreich im wirtschaftlichen Kontext.
Im Rahmen rund um die Recherchen zu unserem Thema des Monats „Wissenschaft und Forschung“ hat uns Univ. Prof. Dr. Peter Filzmaier Auszüge aus einer Umfrage zur Verfügung gestellt, die Auskunft darüber gibt, was die ÖsterreicherInnen über den Wissenschaftsstandort Österreich denken.
Hier können sie die wichtigsten Ergebnisse lesen:
( FESSEL, GFK – Sample: 4500 Personen ab 15 Jahren)
- Mit dem Begriff „Wissenschaft und Forschung“ verbinden die ÖsterreicherInnen in erster Linie die Anwendung und Auswirkung von Forschungsergebnissen, halb so oft bestimmte Fachgebiete und kaum einzelne WissenschafterInnen, was angesichts der Mediengesellschaft überraschend erscheint bzw. auch ein nicht genutztes Potential der Wissenschaftskommunikation darstellt.
- Im Verhältnis 4:6 halten sich die ÖsterreicherInnen für gut bzw. schlecht über Wissenschaft und Forschung informiert – in „Schulnoten“ ausgedrückt wäre das für die österreichische Gesamtbevölkerung ab 15 ein gutes „Befriedigend“ als Einschätzung des eigenen Informationsstandes über Wissenschaft und Forschung.
- In Beurteilung der Wichtigkeit verschiedener Bereiche fürs Land rangieren Wissenschaft und Forschung im mittleren Bereich, nach Bildung und Ausbildung, aber vor Kultur oder Politik und Religion.
- Nach Fachrichtungen sind sowohl das Interesse als auch die zugeschriebene Bedeutung für die Lebenswissenschaften am höchsten.
- Alles in allem werden die „hard sciences“ im Vergleich zu den „soft sciences“ öfter für interessant und auch öfter für wichtig gehalten.
- Die Befragten wurden auch gebeten, den österreichischen Wissenschaftsstandort im Vergleich mit anderen Ländern zu bewerten. Ein Vorsprung wird Österreich gegenüber Osteuropa, den neuen mitteleuropäischen EU – Mitgliedsländern sowie Italien und Indien bescheinigt. Deutschland, Frankreich und England sieht man meist gleichwertig, im Zweifelsfall eine etwas bessere Situation in Österreich. Die Schweiz und die skandinavischen Länder wurden gleichwertig bis besser beurteilt.
Deutlich besser als Österreich werden aber Japan und die USA gesehen.
Quelle und nähere Infos unter: http://www.bmwf.gv.at/startseite
(menue/service/publikationen/forschung/studien/einstellungen der österreicherinnen zum wissenschaftsstandort im wirtschaftlichen kontext)
Talente Check 50+ soll als Pilotprojekt starten
Verborgene Stärken entdecken – neue Perspektiven gewinnen.
Die NÖ Landesakademie startet das Pilotprojekt „Talentecheck 50+“ und sucht für die Abtestung des Fragebogens Gruppen von Interessierten, die sich dem Test unterziehen wollen.
Es ist dies eine Ergänzung zum erfolgreichen Talentecheck, bei dem bereits rund 80.000 Schülern mitgemacht haben. Bei dem neuen Talentecheck – Format wird ein für „agile Menschen 50+“ ein neuer Begabungstest unter dem Motto: “verborgene Stärken entdecken und neue Perspektiven gewinnen“ entwickelt. Zielgruppe sind alle NiederösterrecherInnen ab 50, erklärt der Geschäftsführer der NÖ Landesakademie, Dr. Christian Milota. Ziel ist, diesen Talentecheck 50+ im Jahr 2012, im „EU-Jahr des aktiven Alterns“, für Interessierte NiederöstereicherInnen zur Verfügung zu stellen.
„Jeder ist sich seiner persönlichen Stärken bewusst. Vielleicht gibt es aber noch längst vergessene oder lange verdrängte Begabungen und Talente, die wiederentdeckt und genutzt werden können. Die „Getesteten“ bekommen eine persönliche Auswertung (per Post) und erhalten zusätzlich Informationen, wie sie ihre speziellen Eignungen in die Gemeinschaft einbringen oder in ihrer Freizeit nutzen können. Nur der Getestete bekommt das Ergebnis - die Vertraulichkeit ist auf jeden Fall gewährleistet“, so Milota.
Wir suchen noch Interessierte für unseren Talentetest. Gruppen ab 5 Personen werden bei uns in der Landesakademie getestet, ab 10 Personen kommen die Tester auch direkt in die Gemeinden. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte können sich telefonisch unter 02742/294 17413 oder per Mail unter top(at)talentecheck.at melden.
Ehrenzeichen für Philosophen Peter Kampits
Universitätsprofessor Dr. Peter Kampits hat am Mittwoch das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien erhalten.
Die NÖ Landesakademie und Altlandeshauptmann Mag. Siegfried Ludwig stellten sich zu dieser Feierstunde im Wappensaal des Wiener Rathauses ein und gratulierten herzlich.
Neben seiner Tätigkeit an der Universität Wien, u.a. war er Dekan der Fakultät für
Philosophie und Bildungswissenschaft, engagiert sich Kampits auch in zahlreichen anderen Einrichtungen.
So leitet Prof. Kampits seit über 20 Jahren das Zentrum für Ethik in den Wissenschaften an der NÖ Landesakademie. Von 1988 bis 1995 stand er der LAK auch als Wissenschaftlicher Leiter vor.
Daneben findet der renommierte Philosoph, der seinen Wohnsitz in der Marktgemeinde Senftenberg im Kremstal hat, noch Zeit für die Publikation einer Vielzahl von Büchern, u.a. zu Jean Paul Sartre, Ludwig Wittgenstein und zur Medizinethik.
Bildverweis:
(v.l.n.r.): Mag. Michael Urban (NÖ Landesakademie), Univ. Prof. Dr. Peter Kampits, Altlandeshauptmann Mag. Siegfried Ludwig
© Media Wien, MA 13
Studie für technisch unterstützte Pflege in Auftrag gegeben
Demographische Entwicklung erfordert neue Wege der Altersversorgung
Soziallandesrätin Mag.a Barbara Schwarz hat beim Institut für Soziales und Generationen an der NÖ Landesakademie eine Studie zum Thema „Ambient Assisted Living – Akzeptanz von Produkten aus dem Bereich AAL bei SeniorInnen in Niederösterreich“ in Auftrag gegeben. Es geht dabei um Möglichkeiten von technisch unterstützter Pflege und Maßnahmen, die es den Menschen ermöglichen, so lange wie möglich - auch im Alter – zu Hause zu bleiben.
„Im Angesicht des demographischen Wandels rückt das Ambient Assisted Living in der wissenschaftlichen Diskussion besonders in Bezug auf die älteren Menschen in den Mittelpunkt. Bei allen Vorteilen, die es bringt, so lange wie möglich daheim zu bleiben, müssen die neuen Techniken aber auch akzeptiert werden. Das heraus zu finden ist Ziel der Studie“, erklärt der Geschäftsführer der NÖ Landesakademie, Dr. Christian Milota.
Dass dieses Thema wichtiger ist denn je, beweisen Zahlen und Fakten:
Menschen werden immer älter, was aber nicht heißt, dass die Menschen auch immer gesünder werden. Sie brauchen, je älter sie werden, auch umso mehr Pflege und Unterstützung. „Alleine in den nächsten 15 Jahren werden die über 65-Jährigen um über 22% zunehmen; bis zum Jahr 2030 wird sich die Zahl der über 80-Jährigen verdoppeln und die über 90-Jährigen werden sich verdreifachen.
Oder noch eine sehr eindrucksvolle Zahl: Jedes zweite Mädchen das heute geboren wird, wird ihren 100. Geburtstag überleben“, untermauert Schwarz die Notwendigkeit von neuen Mitteln und Wegen einer Betreuung im Alter.
„Wir wollen in Niederösterreich auch hier vorne dabei sein und einen Weg vorgeben, wie es funktionieren kann, sehr alt zu werden und trotzdem nicht ins Pflegeheim zu müssen. Das soll aber nur dann möglich sein, wenn die älteren Menschen und die betroffenen Angehörigen in Niederösterreich auch bereit dazu sind, „ambient assisted living“ Technologien im eigenen Haushalt zu akzeptieren“, so Milota.
Statement von Univ.-Prof. Dr. Peter Filzmaier zum Thema des Monats
Innovation auf österreichisch
„Die Innovationsbereitschaft und leider auch der Stellenwert von Wissenschaft und Forschung stehen allzu oft unter dem Motto „Zurück in die Zukunft“. Ein Grund dafür ist die Angst vor Veränderungen, welche automatisch als negativ gesehen werden. So kann man weder die Gesellschaft zeitgemäß gestalten noch bleibt ein statisches Land gegenüber dynamischen Konkurrenten von Zentral- und Osteuropa bis Asien wettbewerbsfähig. Wir brauchen ein positives Bekenntnis zur Wissenschaft, das in Niederösterreich gelebt wird, doch leider ist das nicht überall so.
Peter Filzmaier ist Politikwissenschaftler an der Donau–Universität Krems und geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Strategieanalysen (ISA) in Wien.








